Samstag, 20. Oktober 2012

Kompromiss, Diplomatie und Friede in Europa


Einmal in der Weltgeschichte war Utrecht wichtig.





1700 stirbt der spanische König kinderlos.
Der französische Sonnenkönig, aber auch Österreicher und Habsburger riechen Lunte. Alle wollen Spanien. Ein neuer Machtkampf entsteht. Der Krieg wird in Spanien, Italien, Süddeutschland und den Niederlanden ausgetragen. Aber auch auf den Ozeanen und in der Nordsee. Jedes Reich hat bereits seine Übersee-Kolonien. So geht's nicht weiter.


Im Januar 1712 kommen sie in Utrecht zusammen:
Diplomaten aus ganz Europa. Interkulturelle Kompetenz ist gefragt. Die Diplomatie hilft. Etiquette, feste Umgangsformen und die französische Sprache - damit kommen alle an einen Tisch.


Ohne euch.
Die niederländischen Gastgeber haben nicht viel zu sagen. Ein französischer Gesandter betont: Wir verhandeln "chez vous, sur vous, sans vous" - bei euch, über euch, ohne euch.


Warum ausgerechnet in Utrecht?
Die Republiek der Zeven Verenigde Provinciën ist für Briten und Franzosen akzeptabel. Utrecht liegt zentral. Die Straßen sind breit und kutschen-freundlich. Die Lokalpolitiker sind tolerant genug, das calvinistische Theaterverbot vorübergehend aufzuheben.


Die Konferenz dauert 16 Montate.
Die auswärtigen Gäste koknsumieren gut. Gern vermieten die Utrechter ihre Räume und Dienstleistungen. Die 30.000 Stadtbewohner und die Bauern der Umgebung profitieren vom wirtschaftlichen Aufschwung.


Gleichgewichtspolitik.
Im April 1713 ist alles ausgehandelt. Großbritannien geht als Schiedsrichter Europas aus dem "most businesslike of all our wars" (Seeley).


Utrecht feiert den erfolgreichen Kompromiss als The Art of Making Peace.


Die Utrechter Prinzipien sind ziemlich allgemein:

"Respekt für kulturelle, ethnische und religiöse Diversität
Stärke von Kunst und Mehrsprachigkeit für soziale Nachhaltigkeit
Wissensaustausch zugunsten sozialer Erneuerung"


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